09.02.2004

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Fotos:Tomo Polic

 

Zuhause in Zadar hatten wir keinen Fernseher. Wir hatten zwar einen, aber er war schon immer kaputt. So ging ich sehr oft ins Kino. Als ich noch nicht alleine ins Kino gehen durfte, weil ich zu klein war, schauten wir uns das wichtigste bei einer Nachbarin an. Das Wichtigste lief samstags und sonntags, abends um 20 Uhr, nach der Nachrichtensendung „Dnevnik“, die mir heilig zu sein schien, weil man während der Sendung kein Wort sagen durfte. So war es in allen Familien, man wollte informiert sein. Bei der Nachbarin schauten wir uns TV-Serien mit den Titeln „Bolji život“ (Das bessere Leben), „Pozorište u kući“ (Das Theater zuhause) und tranken Russischen Tee (schwarzer Tee).

Ich schenkte Kristina zum Geburtstag zwei Bücher: das Gesamtwerk von Voltaire. Hier strickt sie einen Schal zu seiner Ehre. Man bezeichnet Voltaires Stil als „presto“, weil er viele Sachen in sehr kurzer Zeit beschreibt. Der schnelle Voltaire.

Dem entsprechend hat Kristina den hübschen Voltaire-Schal sehr schnell fertiggestrickt.