28.01.2004

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Fotos:Tomo Polic

28.01.2004

 

Vor der Kamera

wird gelächelt und gelacht

nichts Böses gemacht

 

 

Ich mag Gruppenfotos, auch die auf denen die Fußballmannschaften

zu sehen sind, mit einer oberen und einer unteren Reihe.

 

Zweiklassengesellschaft wird nach dem Prinzip der Freiwilligkeit oder der Größe der Fotografierten komponiert. Wer soll in der Mitte stehen, wer an den Seiten? Die Körpergröße ist oft der entscheidende Punkt: die Kleinen stehen vorne, die Großen sind hinten. Es kann auch andersrum sein: Die Grossen machen sich klein, die Kleinen dürfen die Großen spielen.

 

Das Prinzip der Sportmannschaft- oder Schulklassenfotos wird oft, weil raumsparend, bei der Herstellung von Firmen- oder Familienfotos übernommen. Die Politiker nutzen Treppen vor den Palästen in denen sie sich treffen, in denen sie Wichtiges besprechen. Bei den Hochzeiten stellen aus aller Welt angereiste Cousinen, Urgroßonkel,  Tanten mit

den Kindern und den Kindern ihrer Kinder, ihre gute Laune für einen kurzen Moment zur Schau. Wie auf jedem anderen Photo, auf dem mehr als ein Gesicht zu sehen ist, gibt es immer Menschen, die in dem entscheidendem Moment nicht lächeln, in der Nase bohren, fremden Frauen in das Dekolleté schauen oder irgendeine andere Grimasse machen. Die kleinen Fehler machen das Foto erst glaubwürdig, lebensnah, realistisch.